Volleyball Wettarten erklärt: Satzwette, Handicap & Over/Under

Meine erste Volleyball-Wette war eine einfache Siegwette. Ich gewann, aber der Gewinn war mager – die Quote auf den klaren Favoriten lag bei 1.15. Erst später lernte ich, dass dieselbe Analyse mir bei einer Satzwette auf 3:0 eine Quote von 2.10 eingebracht hätte. Die Wettart bestimmt nicht nur das Risiko, sondern auch das Potenzial.
Volleyball bietet eine Vielfalt an Wettmärkten, die weit über die simple Frage „Wer gewinnt?“ hinausgeht. Die Satzstruktur des Sports – Best of Five – schafft natürliche Zwischenergebnisse, auf die Sie wetten können. Die Punktezählung in jedem Satz eröffnet weitere Möglichkeiten. Wer diese Märkte versteht, kann seine Analysen präziser umsetzen und bessere Quoten finden.
In diesem Artikel erkläre ich alle relevanten Wettarten für die Volleyball Bundesliga: von der Grundlage der Siegwette über Satz- und Handicap-Wetten bis hin zu den Spezialitäten wie dem fünften Satz oder Punktewetten. Jede Wettart hat ihren Platz und ihre optimale Anwendungssituation. Nach der Lektüre werden Sie wissen, welche Wette zu welcher Spielkonstellation passt.
Inhaltsverzeichnis
- Die Siegwette: Grundlage aller Volleyball Wetten
- Satzwetten: Auf das exakte Ergebnis setzen
- Handicap-Wetten im Volleyball
- Over/Under: Wetten auf Gesamtpunkte und Sätze
- 5. Satz Wetten: Die Königsdisziplin
- Punktewetten: Detailwetten für Experten
- Kombinationswetten: Mehrere Märkte verbinden
- Die richtige Wettart auswählen
Die Siegwette: Grundlage aller Volleyball Wetten
Jeder fängt hier an, und das ist auch richtig so. Die Siegwette fragt einfach: Welches Team gewinnt das Spiel? Im Volleyball gibt es kein Unentschieden – am Ende steht ein Sieger fest, egal ob 3:0 oder 3:2 in Sätzen.
Im Gegensatz zum Fußball mit seinen drei Ausgängen bietet Volleyball nur zwei Optionen: Heimsieg oder Auswärtssieg. Das verändert die Quotenstruktur fundamental. Die Buchmacher müssen ihre Marge auf nur zwei Ergebnisse verteilen, was theoretisch zu besseren Quoten führen sollte. In der Praxis variiert das je nach Anbieter und Spielpaarung.
In der Volleyball Bundesliga liegt das Verhältnis von Heimsiegen zu Auswärtssiegen stabil bei etwa 60 zu 40. Dieser Heimvorteil ist ausgeprägter als in vielen anderen Sportarten und sollte bei jeder Wettentscheidung berücksichtigt werden. Ein Auswärtssieg ist keine Sensation, aber statistisch gesehen die seltenere Variante. Die Quoten reflektieren das meist korrekt, manchmal aber nicht – und dort liegt Value.
Wann ist eine Siegwette sinnvoll? Bei klaren Favoritenkonstellationen, wenn die Quote immer noch attraktiv genug ist, um das geringe Risiko zu rechtfertigen. Ich nutze Siegwetten auch als Absicherung in Kombination mit riskanteren Wetten oder wenn ich mir über den Spielverlauf unsicher bin, aber vom Ausgang überzeugt. Die Siegwette ist das Fundament, auf dem komplexere Strategien aufbauen.
Ein praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Bei Spielen, in denen der Favorit überdeutlich dominieren sollte, ist die Siegwette selten attraktiv. Die Quoten fallen unter 1.20, und der potenzielle Gewinn rechtfertigt das Risiko nicht. In solchen Fällen lohnt sich der Blick auf Satzwetten oder Handicaps, die bessere Quoten bei vertretbarem Risiko bieten.
Die Siegwette bleibt dennoch mein bevorzugter Markt für Livewetten. Während des Spiels verschieben sich die Quoten dramatisch – ein Favorit, der den ersten Satz verliert, wird plötzlich mit attraktiven Quoten angeboten, obwohl sich an seiner grundsätzlichen Stärke nichts geändert hat. In solchen Momenten bietet die Siegwette exzellentes Value für informierte Wetter, die wissen, dass Volleyball ein Comeback-Sport ist.
Satzwetten: Auf das exakte Ergebnis setzen
Hier wird es interessant. Bei einer Satzwette tippen Sie nicht nur auf den Sieger, sondern auf das exakte Satzergebnis: 3:0, 3:1, 3:2 für den Heimsieg oder entsprechend 0:3, 1:3, 2:3 für den Auswärtssieg. Sechs mögliche Ausgänge bedeuten sechs verschiedene Quoten – und deutlich mehr Spielraum für Ihre Analyse.
Die Quoten bei Satzwetten sind naturgemäß höher als bei einfachen Siegwetten. Ein Favorit, der mit Quote 1.30 für den Sieg gehandelt wird, bringt für einen 3:0-Erfolg vielleicht 2.00, für 3:1 etwa 2.50 und für 3:2 um die 5.00. Die Staffelung reflektiert die Wahrscheinlichkeitsverteilung: Klare Siege sind wahrscheinlicher als knappe, aber selbst Favoriten gewinnen nicht immer 3:0.
Bei führenden Buchmachern liegt die Auszahlungsquote für Volleyball zwischen 90 und 95 Prozent. Für Satzwetten bedeutet das, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten aller sechs Ausgänge über 100% liegt – der Buchmacher verdient an der Marge. Je effizienter Sie die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten einschätzen können, desto eher finden Sie Wetten, bei denen die Quote den echten Wert übersteigt.
Wann welches Satzergebnis wahrscheinlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Leistungsunterschied zwischen den Teams, der Tagesform, dem Heimvorteil, der mentalen Verfassung. Ein Top-Team zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten wird häufiger 3:0 oder 3:1 gewinnen. Zwei gleichstarke Teams produzieren eher enge Spiele mit 3:2 oder 2:3 Ausgängen.
Mein Ansatz: Ich analysiere nicht nur, wer gewinnt, sondern wie. Teams mit starkem Aufschlag und dominantem Blockspiel tendieren zu klareren Ergebnissen. Teams, die auf Geduld und Fehlerminimierung setzen, liefern häufiger Fünf-Satz-Krimis. Diese spielspezifischen Muster helfen mir, die richtige Satzwette auszuwählen.
Ein weiterer Aspekt, den ich bei Satzwetten berücksichtige: die Bedeutung des Spiels. In der Hauptrunde rotieren manche Teams ihre Aufstellung, schonen Stammkräfte oder experimentieren taktisch. Das führt zu unvorhersehbareren Ergebnissen und mehr Fünf-Satz-Spielen. In den Playoffs dagegen spielen alle Teams mit voller Kapelle und maximaler Intensität – hier sind klare Ergebnisse wahrscheinlicher, wenn ein Favorit deutlich stärker ist.
Die Psychologie spielt ebenfalls eine Rolle. Teams, die unter Druck stehen – etwa im Abstiegskampf oder beim Kampf um den letzten Playoff-Platz – zeigen oft unberechenbare Leistungen. Manchmal überflügeln sie sich selbst, manchmal brechen sie ein. Für Satzwetten bedeutet das: In Drucksituationen sind extreme Ergebnisse häufiger als das Mittelfeld. Ein 3:0 oder ein 3:2 nach Aufholjagd ist wahrscheinlicher als ein kontrolliertes 3:1.
Handicap-Wetten im Volleyball
Handicaps sind das Werkzeug für Spiele mit klarem Favoriten. Die Idee: Dem Favoriten wird ein virtueller Rückstand auferlegt, dem Außenseiter ein Vorsprung gutgeschrieben. Dadurch werden auch einseitige Paarungen wettbar.
Im Volleyball gibt es zwei Arten von Handicaps: Satz-Handicaps und Punkt-Handicaps. Das Satz-Handicap ist am verbreitetsten. Ein Handicap von -1.5 Sätzen für den Favoriten bedeutet, dass dieser mit mindestens zwei Sätzen Vorsprung gewinnen muss – also 3:0 oder 3:1. Bei einem 3:2-Sieg würde die Handicap-Wette verlieren, obwohl der Favorit das Spiel gewonnen hat.
Rechnen wir ein Beispiel durch: Der Favorit hat eine Siegquote von 1.25. Mit Handicap -1.5 Sätzen steigt die Quote auf vielleicht 1.70, weil 3:2-Siege aus der Gewinnrechnung fallen. Umgekehrt könnte der Außenseiter mit +1.5 Sätzen bei etwa 2.10 stehen – er muss nicht gewinnen, sondern nur mindestens zwei Sätze holen. Diese Konstellation bietet oft besseres Value als reine Siegwetten.
Punkt-Handicaps gehen noch tiefer ins Detail. Hier werden einzelne Punkte addiert oder subtrahiert. Ein Punkt-Handicap von -4.5 für den Favoriten im ersten Satz bedeutet, dass dieser den Satz mit mindestens fünf Punkten Vorsprung gewinnen muss, etwa 25:20 oder deutlicher. Diese Märkte sind komplexer und erfordern tiefere Kenntnis der Teams und ihrer Spielweise.
Handicap-Wetten sind besonders nützlich, wenn Sie eine klare Meinung zur Dominanz eines Teams haben. Glauben Sie, dass der Favorit den Gegner dominieren wird? Dann ist -1.5 Sätze attraktiver als die niedrige Siegquote. Erwarten Sie ein enges Spiel? Dann bietet +1.5 Sätze für den Außenseiter interessantes Value, selbst wenn dieser am Ende verliert.
Die Kunst liegt in der Einschätzung, wie Spiele verlaufen werden. Manche Favoriten gewinnen routiniert 3:1, schaffen es aber selten zu 3:0. Andere dominieren phasenweise, lassen dann aber nach. Diese Muster zu erkennen ist der Schlüssel zu profitablen Handicap-Wetten.
Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die Überlegung: Team A ist klarer Favorit mit Siegquote 1.25. Mit Handicap -1.5 Sätzen bekomme ich 1.75. Meine Analyse zeigt, dass Team A in den letzten zehn Spielen siebenmal mit mindestens zwei Sätzen Vorsprung gewonnen hat – eine Quote von 70%. Die implizite Wahrscheinlichkeit bei 1.75 liegt bei etwa 57%. Das ist ein klarer Value-Vorteil, den ich nutzen würde.
Das Asian Handicap, bekannt aus dem Fußball, existiert auch im Volleyball, wird aber seltener angeboten. Hier können halbe Handicaps wie -0.5 oder -1.0 Sätze gespielt werden, die bei bestimmten Ergebnissen den Einsatz zurückgeben statt zu verlieren. Diese Märkte sind für fortgeschrittene Wetter interessant, die ihr Risiko feiner steuern möchten.
Over/Under: Wetten auf Gesamtpunkte und Sätze
Over/Under-Wetten fokussieren nicht auf den Sieger, sondern auf die Gesamtzahlen eines Spiels. Wie viele Sätze werden gespielt? Wie viele Punkte fallen insgesamt? Diese Märkte erfordern ein anderes Analyseprofil als Sieger- oder Satzwetten.
Das Satz-Total ist der zugänglichste Markt in dieser Kategorie. Die Linie liegt typischerweise bei 3.5 Sätzen. Over 3.5 gewinnt, wenn das Spiel in vier oder fünf Sätzen entschieden wird. Under 3.5 gewinnt bei Drei-Satz-Siegen, also 3:0 oder 0:3. Die Quoten für beide Seiten liegen meist nah beieinander, oft um 1.85 bis 1.95.
Punkt-Totals sind spezieller. Hier wetten Sie auf die Gesamtpunktzahl im Spiel oder in einzelnen Sätzen. Eine typische Linie könnte bei 180.5 Punkten für das gesamte Spiel liegen. Diese Wetten erfordern detaillierte Kenntnis der Spielstile: Setzen die Teams auf schnelle Ballwechsel und riskante Aufschläge, oder spielen sie defensiv und sichern jeden Punkt ab?
Die Analyse für Over/Under-Wetten unterscheidet sich von Siegwetten. Hier geht es nicht darum, wer stärker ist, sondern wie das Spiel abläuft. Zwei defensivstarke Teams produzieren lange Ballwechsel und hohe Punktzahlen. Zwei aufschlagstarke Teams mit hoher Fehlerquote liefern kürzere Sätze. Diese Dynamiken zu erkennen ist entscheidend.
Eine Beobachtung aus meiner Praxis: Spiele zwischen Spitzenteams tendieren häufiger zu Under, weil die besseren Teams effizienter punkten und weniger Fehler machen. Spiele im Tabellenmittelfeld produzieren oft mehr Sätze und Punkte, weil die Teams einander nichts schenken, aber auch keine klare Dominanz etablieren können. Nutzen Sie diese Tendenz für Ihre Wettentscheidungen.
Ein häufiger Fehler bei Over/Under-Wetten ist die Fokussierung auf das letzte Spiel zwischen zwei Teams. Volleyball-Ergebnisse schwanken stark von Spiel zu Spiel, abhängig von Tagesform, Aufstellung und taktischen Anpassungen. Statt einzelne Direktvergleiche zu betrachten, analysiere ich die allgemeinen Tendenzen beider Teams über die letzten fünf bis sechs Spiele. Welches Team produziert regelmäßig enge Sätze? Welches Team dominiert oder wird dominiert? Diese Muster sind aussagekräftiger als Einzelergebnisse.
5. Satz Wetten: Die Königsdisziplin
Der fünfte Satz im Volleyball ist etwas Besonderes. Er wird nur bis 15 Punkte gespielt, die Seiten werden bei 8 Punkten gewechselt, und die Atmosphäre ist elektrisierend. Für Wetter bieten sich hier einzigartige Möglichkeiten.
Die grundlegende Wette lautet: Wird es einen fünften Satz geben? Die Quoten variieren stark je nach Spielpaarung. Bei zwei gleichstarken Teams liegt die Quote für „Ja, 5. Satz“ oft bei 2.50 bis 3.00, was eine implizite Wahrscheinlichkeit von 33 bis 40 Prozent suggeriert. Bei klaren Favoritenkonstellationen steigt die Quote auf 4.00 oder höher.
VBL-Geschäftsführerin Kim Oswald-Renkema betonte die positive Entwicklung der Liga mit ihrer wachsenden Wettbewerbsdichte. Diese Aussage bestätigt meine Beobachtung: Die Liga ist ausgeglichener geworden, was statistisch mehr Fünf-Satz-Spiele bedeutet. Teams nähern sich einander an, und das erhöht die Wahrscheinlichkeit enger Duelle.
Einige Anbieter listen täglich 50 bis 100 Volleyballspiele aus verschiedenen Ligen, und viele davon bieten auch Wetten auf den fünften Satz an. Die Quotentiefe hängt vom Anbieter ab – manche beschränken sich auf die Frage „5. Satz ja/nein“, andere bieten auch Wetten auf den Sieger des fünften Satzes oder die Punktzahl.
Das Risiko-Ertrags-Profil dieser Wetten ist attraktiv. Wenn Ihre Analyse ergibt, dass zwei Teams sehr ausgeglichen sind, bietet die Wette auf den fünften Satz oft besseres Value als eine Siegwette mit marginalem Quotenunterschied. Sie brauchen nicht zu wissen, wer gewinnt – nur dass es eng wird.
Taktisch gibt es einen wichtigen Aspekt: Der fünfte Satz hat eigene Gesetze. Nervenstärke, Erfahrung in kritischen Situationen und die Fähigkeit, unter Druck zu performen, werden hier wichtiger als in den ersten vier Sätzen. Teams mit älteren, routinierten Spielern haben hier oft Vorteile gegenüber jungen, talentierten, aber unerfahrenen Mannschaften.
Punktewetten: Detailwetten für Experten
Punktewetten gehen ins Detail. Hier wetten Sie auf spezifische Ereignisse innerhalb eines Spiels: Wer gewinnt den ersten Satz? Welcher Satz hat die meisten Punkte? Wie hoch ist die Punktdifferenz am Ende?
Der Markt „Erster Satzgewinner“ ist besonders interessant. Die Quoten spiegeln nicht automatisch die Gesamtstärke der Teams wider. Manche Mannschaften starten traditionell stark und lassen dann nach. Andere brauchen Zeit, um ins Spiel zu finden, gewinnen aber regelmäßig nach schwachen ersten Sätzen. Solche Muster zu erkennen verschafft Ihnen einen Vorteil.
Die „Punktdifferenz im Satz“-Wetten fragen nach dem Abstand zwischen den Punktzahlen. Ein Satz, der 25:23 endet, hat eine Differenz von 2. Diese Märkte erfordern tiefes Verständnis der Spielweise beider Teams. Dominant aufschlagende Teams erzeugen größere Differenzen. Teams mit starker Annahme halten die Sätze eng.
„Höchster Satz“ ist eine weitere Spezialwette. Hier tippen Sie darauf, welcher Satz die meisten Punkte haben wird. Statistisch ist das oft der fünfte Satz – nicht weil er länger gespielt wird, sondern weil er bei Verlängerung über 15-15 hinausgehen kann. Aber auch reguläre Sätze mit Verlängerung über 25-25 sind Kandidaten für diese Wette.
Punktewetten sind nichts für Anfänger. Sie erfordern umfassende Kenntnis der Teams, ihrer Aufstellungen, ihrer taktischen Präferenzen und ihrer historischen Muster. Aber für Experten, die diese Tiefe mitbringen, bieten sie oft die attraktivsten Quoten. Die Buchmacher investieren weniger Analyseaufwand in diese Nischenmärkte, was Ineffizienzen erzeugt, die Sie nutzen können.
Ein konkretes Beispiel aus meiner Erfahrung: Ein bestimmtes Team der Bundesliga verlor regelmäßig den ersten Satz, gewann aber die Mehrzahl seiner Spiele trotzdem. Die Quoten auf den Gegner als ersten Satzgewinner waren entsprechend attraktiv – nicht weil das Team schwach war, sondern weil es einen langsamen Start hatte. Solche Muster zu entdecken erfordert Zeit und Aufmerksamkeit, belohnt aber mit überdurchschnittlichen Ergebnissen.
Kombinationswetten: Mehrere Märkte verbinden
Kombinationswetten verbinden mehrere Einzelwetten zu einem Schein mit multiplizierter Quote. Die Verlockung ist offensichtlich: Aus mehreren moderaten Quoten wird eine attraktive Gesamtquote. Das Risiko steigt allerdings proportional.
Bei Volleyball-Kombis sollten Sie vorsichtig sein. Anders als im Fußball, wo drei Favoritensiege an einem Spieltag durchaus realistisch sind, produziert Volleyball häufiger Überraschungen. Die 60:40-Heimsieg-Statistik bedeutet, dass bei sechs Spielen etwa zwei bis drei Auswärtssiege zu erwarten sind. Eine Kombi mit fünf Favoritentipps hat also statistisch gesehen nur mittelmäßige Erfolgsaussichten.
Mein Rat für Kombiwetten: Maximal zwei oder drei Auswahlen kombinieren, und idealerweise aus unterschiedlichen Märkten. Statt drei Siegwetten zu kombinieren, könnte eine Kombination aus Siegwette, Satz-Over/Under und Handicap diversifizierter sein. Die einzelnen Ergebnisse korrelieren weniger stark, was das Gesamtrisiko reduziert.
Systemwetten sind eine Alternative zu klassischen Kombis. Bei einem 2-aus-3-System müssen nur zwei von drei Tipps richtig sein, um einen Gewinn zu erzielen. Die Gesamtquote ist niedriger, aber das Risiko eines Totalverlusts sinkt. Für risikobewusste Wetter kann das attraktiv sein.
Ein ehrlicher Hinweis: Kombinationswetten haben ihren Reiz, aber langfristig sind sie schwer profitabel zu gestalten. Die Buchmacher-Marge multipliziert sich mit jeder zusätzlichen Auswahl. Einzelwetten auf gut analysierte Spiele sind in der Regel die nachhaltigere Strategie.
Wenn Sie dennoch kombinieren möchten, empfehle ich thematische Kombis: etwa zwei Heimsiege von Top-Teams am selben Spieltag oder Over-Wetten bei zwei Spielen, die Sie als torreich einschätzen. Diese Ansätze nutzen Ihre spezifische Expertise, statt einfach mehrere Favoriten zu stapeln. Achten Sie auch auf Korrelationen: Wenn zwei Ihrer Tipps voneinander abhängen, steigt das Risiko, dass beide gleichzeitig scheitern.
Die richtige Wettart auswählen
Die Wahl der Wettart ist keine isolierte Entscheidung. Sie hängt von der Spielpaarung, der Quotenlage und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab. Hier mein Entscheidungsrahmen.
Bei klaren Favoritenkonstellationen sind Handicap-Wetten oder Satzwetten oft attraktiver als die niedrige Siegquote. Fragen Sie sich: Wie deutlich wird der Favorit gewinnen? Wenn 3:0 oder 3:1 realistisch erscheint, ist -1.5 Sätze eine gute Option. Ist der Favorit anfällig für enge Spiele, bleibt bei der Siegwette, aber akzeptieren Sie die niedrige Quote.
Bei ausgeglichenen Paarungen kommt Over/Under ins Spiel. Wenn Sie keine klare Meinung zum Sieger haben, aber einschätzen können, ob das Spiel eng oder einseitig wird, bietet der Satz-Total-Markt eine Alternative. Die 5.-Satz-Wette ist ebenfalls attraktiv, wenn Sie zwei ebenbürtige Teams sehen.
Bei persönlicher Expertise über bestimmte Teams lohnen sich Detailwetten. Wenn Sie wissen, dass ein Team traditionell stark startet, ist die Wette auf den ersten Satzgewinner eine Überlegung wert. Wenn Sie die Spielstile kennen, können Punkt-Totals oder Differenz-Wetten Value bieten.
Berücksichtigen Sie immer Ihr Bankroll-Management. Riskantere Wetten wie 5.-Satz-Tipps oder Kombinationen sollten mit kleineren Einsätzen gespielt werden. Siegwetten auf Favoriten können größere Anteile Ihrer Wettkasse beanspruchen, weil das Verlustrisiko geringer ist. Diese Staffelung der Einsätze nach Risikoprofil ist entscheidend für langfristigen Erfolg.
Ein abschließender Gedanke zur Wettartwahl: Flexibilität ist Trumpf. Ich lege mich nicht vor der Analyse auf eine Wettart fest, sondern lasse die Spielkonstellation entscheiden. Manchmal sagt mir alles, dass eine einfache Siegwette die beste Option ist. Manchmal schreit das Spiel förmlich nach einer Satzwette oder einem Handicap. Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Wettarten zu wechseln, unterscheidet erfolgreiche Wetter von denjenigen, die immer dasselbe Schema anwenden.
Für eine umfassende Einführung in die Analyse von Volleyball-Quoten empfehle ich meinen separaten Artikel, der die mathematischen Grundlagen vertieft. Die richtige Wettart zu wählen ist der erste Schritt – die Quoten korrekt zu bewerten der zweite.
Was ist der Unterschied zwischen Satzwette und Handicap?
Bei einer Satzwette tippen Sie auf das exakte Satzergebnis wie 3:0 oder 3:1. Beim Handicap erhält ein Team einen virtuellen Vorsprung oder Rückstand. Ein Handicap von -1.5 Sätzen bedeutet, dass der Favorit mit mindestens zwei Sätzen Vorsprung gewinnen muss. Die Satzwette ist präziser, das Handicap flexibler.
Wann lohnt sich eine Wette auf den 5. Satz?
Eine Wette auf den fünften Satz lohnt sich bei ausgeglichenen Paarungen zwischen Teams ähnlicher Stärke. Die Quoten liegen oft zwischen 2.50 und 3.50 und bieten attraktives Value, wenn Sie erwarten, dass das Spiel eng wird, aber keine klare Meinung zum Sieger haben.
Wie funktioniert Over/Under bei Volleyball?
Bei Over/Under wetten Sie auf Gesamtzahlen. Das Satz-Total fragt typischerweise, ob mehr oder weniger als 3.5 Sätze gespielt werden. Over gewinnt bei vier oder fünf Sätzen, Under bei drei Sätzen. Es gibt auch Punkt-Totals für das gesamte Spiel oder einzelne Sätze.
Sind Kombinationswetten bei Volleyball empfehlenswert?
Kombinationswetten sind riskant, weil sich die Buchmacher-Marge mit jeder Auswahl multipliziert. Bei Volleyball mit seiner 60:40-Heimsieg-Quote sind Überraschungen häufig. Wenn Sie kombinieren, beschränken Sie sich auf zwei bis drei Auswahlen und mischen idealerweise verschiedene Wettarten.
Geschrieben von der Redaktion „Volleyball Bundesliga Wetten”.
